Warum Bärlauch glücklich macht

Warum Bärlauch glücklich macht

Es ist immer ein ganz besonderer Moment, wenn wir im Wald den ersten Bärlauch entdecken. Hellgrün und wunderschön strecken die ersten zarten Pflänzchen ihre Blätter der Frühlingssonne entgegen. Dieser Anblick verzaubert und berührt mich jedes Mal. Ja, er ruft sogar regelrecht Glücksgefühle in mir hervor. Wir zelebrieren dieses Augenblick immer ausgiebig. Aber warum eigentlich? Was ist das Besondere an Bärlauch? Ist er nicht eine Pflanze wie jede andere?

Hier geht’s direkt zu den Rezepten!

Die Bärlauch-Saison hat begonnen

Dieses Jahr erfahre ich per Instagram davon (willkommen in der Welt der sozialen Medien!). Ich stolpere in meinem Feed über das Foto eines zarten Pflänzchens. Das ist doch Bärlauch! Aber es ist doch erst Ende Februar! Der Text zu dem Foto bestätigt meine Vermutung. Aufgrund des frühlingshaften Wetters im Februar ist der Bärlauch dieses Jahr früher dran als normal.

Frische Bärlauchpflanze im Wald zwischen Laub

Das Foto elektrisiert mich. Als mein Sohn von der Schule heim kommt und ich ihm davon erzähle, geht es ihm genauso. Für uns ist es jedes Jahr ein magischer Moment, wenn wir den ersten Bärlauch entdecken. Wie gut, dass wir in der darauf folgenden Woche Faschingsferien haben. So beschließen wir am ersten regen- und sturmfreien Ferientag, mit dem Rad zu unserer Bärlauch-Stelle in den Wald zu fahren. Im letzten Jahr hatten wir nämlich das Glück, nicht weit entfernt von unserem Zuhause eine riesengroße Bärlauch-Kolonie zu entdecken.

Das einzige Problem dabei besteht darin, dass der Weg zu dieser Kolonie heftig bergauf geht. Ein Spruch meines Vaters geht mir durch den Kopf, der den Sachverhalt ziemlich genau trifft: „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“ Aber die Aussicht, frischen Bärlauch ernten zu können, setzt jede Menge Energie frei, und so machen wir uns auf den Weg.

Etwas ganz Besonderes

Einige Höhenmeter und viele Schweißtropfen später ist es dann soweit. Wir sind in dem Waldstück angekommen, in dem unser Bärlauch „wohnt“. Jetzt wird es spannend. Dass jemand meiner Instas Bärlauch gefunden hat, heißt ja noch lange nicht, dass es bei uns auch schon welchen gibt. Wir stellen die Räder ab und schauen uns um. Nichts! Mein Sohn schaut mich enttäuscht an: „Mama, da ist nichts.“ Aber so schnell will ich nicht aufgeben. Ich gehe ein Stück in den Wald hinein und halte Ausschau nach dem leckeren Kraut.

Da hinten! höre ich plötzlich meinen Sohn rufen. Tatsächlich, da hinten leuchtet etwas ganz zart. Automatisch laufen wir schneller und steuern auf das Grün zu. Und da ist er: der erste Bärlauch des Jahres 2019! Ein erhebender Moment. Glücklich grinsen wir uns an. Mein Sohn besteht darauf, eine Riechprobe zu machen. Schließlich weiß er ja genau, dass Maiglöckchen ähnlich aussehen, aber ziemlich giftig sind. Er pflückt eines der zarten Blätter und zerreibt es in der Hand. Schnell kann man den typisch aromatischen, knoblauchartigen Duft des Bärlauchs riechen. Wir haben ihn gefunden! Jetzt gibt es kein Halten mehr. Wir packen unsere Tüten aus und beginnen eifrig zu sammeln.

Aber was macht Bärlauch denn nun zu so etwas Besonderem? Ist es der Geschmack? Sind es die wertvollen Inhaltsstoffe? Ist es die Legende, dass er den Bären angeblich aus dem Winterschlaf hilft? Ist es die Tatsache, dass Mutter Natur uns hier eine Delikatesse völlig kostenfrei zur Verfügung stellt? Oder lieben wir ihn so sehr, weil er das erste frische Grün des Jahres ist und uns mit jedem Blatt, das wir pflücken, sagt, dass der Frühling nun nicht mehr aufzuhalten ist?

Ich glaube, es ist eine Mischung aus alldem. Für mich steht Bärlauch wie keine eine andere Pflanze dafür, dass der Frühling da ist und dass er sich – selbst wenn es an manchen Tagen noch richtig kalt ist – nicht mehr aufhalten lässt. Und er versorgt uns im Frühling mit wichtigen Vitalstoffen, die wir jetzt dringend brauchen, um aus dem Winterschlaf zu kommen und fit in den Frühling starten zu können.

Reichlich Vitalstoffe für unsere Gesundheit

Bärlauch beinhaltet die Vitamine A und C sowie B 1 und B 6 und wertvolle Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium, Calcium und Phosphor. Darüber hinaus liefert er uns zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe. Allen voran Allicin, das die Pflanze vor Parasiten und Pilzen schützt. Auch für uns Menschen hat Allicin viele positive Eigenschaften. Allicin steckt übrigens auch in Knoblauch und gibt Bärlauch seinen charakteristischen Geschmack.

Bärlauch ist für uns Menschen also eine richtiges Kraftpaket. Er soll unter anderem

  • den Cholesterinspiegel senken,
  • vor Bakterien und Pilzen schützen,
  • freie Radikale neutralisieren,
  • den Blutdruck senken und
  • entgiftend wirken.

Und das Ganze gibt es auch noch umsonst. Ist das nicht toll?

Wir sammeln zwei Tüten Bärlauch. Dabei achten wir darauf, nicht alle Blätter von einer Stelle zu sammeln, so dass genügend übrig bleibt und die zarten Pflanzen sich weiter ausbreiten können. Dann fahren wir glücklich nach Hause. Wir sind glücklich darüber, dass es jetzt Bärlauch gibt. Aber es hängt wohl auch ein wenig damit zusammen, dass wir nun nur noch bergab fahren müssen…

Zum Mittagessen gibt es dann gleich Bärlauch-Spaghetti. Wie gut diese schmecken! Zum Abendessen überraschen wir meinen Mann mit leckeren Bärlauch-Küchlein. Auch er freut sich sehr über den ersten Bärlauch des Jahres. Bärlauch schmeckt immer lecker, aber am besten schmeckt einfach der allererste des Jahres.

Es schmeckt uns so gut, dass wir in unserer Ferienwoche noch einmal losziehen, um Nachschub zu besorgen. Und das zeigt einen weiteren positiven Gesundheitseffekt des Bärlauchs: In der Regel muss man sich bewegen, um an ihn zu gelangen. Und das können wir optimal für uns nutzen. Zuerst machen wir einen Spaziergang oder eine Radtour in den Wald (Bewegung + Forest Bathing!) und dann kehren wir glücklich und zufrieden mit unserer Ausbeute nach Hause zurück, kochen uns etwas Leckeres daraus und profitieren von all den wertvollen Stoffen, die im Bärlauch stecken.

Die beiden Bärlauch-Rezepte, die wir als erstes gekocht haben, sind bei uns dieses Jahr die absoluten Favoriten. Ich habe sie für Euch aufgeschrieben. Vielleicht habt Ihr ja Lust, am Wochenende einen Ausflug in den Wald zu machen und anschließend die Rezepte auszuprobieren. Ich kann Euch sagen, es ist ein tolles Erlebnis, macht super viel Spaß und ist dabei noch unglaublich gesund.

Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Spaß dabei und guten Appetit!

Vollkorn-Spaghetti mit Bärlauch

2 Schüsseln mit Spaghetti und Bärlauch

für 4 Personen 

400 g Vollkorn-Spaghetti
(Kamut oder Dinkel, Reis für die glutenfreie Variante)
100 g Bärlauch
70 ml Olivenöl
2 TL Kurkuma-Pulver
2 TL Salz
einige Umdrehungen aus der Pfeffermühle

 Die Spaghetti nach Packungsvorschrift kochen. 

Währenddessen den Bärlauch waschen, trocken tupfen und in Streifen schneiden. 

3 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Pfanne vom Herd nehmen. Den klein geschnittenen Bärlauch und die Gewürze hinzufügen und gut umrühren. 

Die Spaghetti und das restliche Öl dazu geben und alles gründlich vermischen.

Bärlauch-Gebäck

Für das Gebäck
200 g Kamut-Vollkornmehl
1 TL Salz
1 TL Kurkuma
Pfeffer aus der Pfeffermühle
2 TL Backpulver
knapp 150 ml Wasser
50 g Bärlauch
etwas Mehl zum Arbeiten

Für den Belag
100 g (veganer) Käse
Salz und Pfeffer
50 g Bärlauch

Den Backofen auf 160 °C vorheizen. 

Das Mehl mit den Gewürzen, dem Backpulver und dem Wasser zu einem Teig verkneten. Die Bärlauch-Blätter fein schneiden und ebenfalls in den Teig geben. 

Aus dem Teig mit etwas Mehl 6 runde Fladen formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. 

Den Käse gleichmäßig auf dem Gebäck verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen. 

Für 20 Minuten in den Backofen geben. In der Zwischenzeit die restlichen Bärlauchblätter waschen, trocken tupfen und ganz fein schneiden.

Wenn die Fladen fertig sind, den Bärlauch darüber streuen und frisch genießen.

Und hier geht’s noch zu einem Rezept aus dem letzten Jahr für Bärlauch-Pesto.

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