Zurück ins Leben

Zurück ins Leben

… mit einem Rezept für die Zeit nach Corona

Der Frühling ist nun endlich da. Die Tage werden wieder länger und heller. Gleichzeitig wurden fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Endlich können wir wieder all das tun, auf was wir lange verzichten mussten. Und das wird auch höchste Zeit, denn schließlich sind wir Menschen ja soziale Wesen. Aber gleichzeitig mehren sich die warnenden Stimmen, die uns auf die Gefahren hinweisen, die Kontakte ohne Mundschutz und Abstand mit sich bringen. Was ist also der richtige Weg? Weiter zu Hause bleiben oder die Rückkehr ins Leben mit Familie und Freunden feiern?

In diesem Artikel:

Die letzten zwei Jahre haben wir in einem seltsamen Ausnahmezustand verbracht. Und was noch viel seltsamer ist: Wir haben uns an diesen Ausnahmezustand gewöhnt. Was uns 2019 noch als vollkommen unmöglich erschien, wurde zur Normalität. Ich weiß noch genau, wie zu Beginn der Corona-Pandemie über das Tragen von Mundschutz „im öffentlichen Raum“ diskutiert wurde. Damals war ich felsenfest davon überzeugt, dass es bei uns in Europa niemals zu einer Mundschutzpflicht kommen würde. Und wurde – wie in vielem anderen auch – eines besseren belehrt. Es kam anders, und das Unmögliche wurde zur Normalität. 

Und nun, da fast alle Corona-Maßnahmen beendet wurden, freuen sich die einen darüber, dass endlich die lang ersehnte Normalität zurückkehrt, und die anderen diskutieren, ob es nicht besser wäre, zumindest weiterhin einen Mundschutz zu tragen. In den sozialen Medien finden dazu zahlreiche mehr oder weniger zivilisierte Diskussionen statt. Fakt ist, dass wir in den letzten beiden Jahren auf vieles verzichtet haben: (große) Feste und Events, Kino- oder Theaterbesuche, Adventsbasare in den Schulen und vieles mehr. Aber auch daran haben wir uns gewöhnt. Und das eine oder andere Mal waren wir vielleicht auch ganz dankbar, dass wir zu Hause bleiben konnten. Schließlich hatten wir vor Corona alle viel zu viele Termine. Und so tat es ein Stück auch gut, nicht mehr ständig irgendwohin gehen zu müssen und mehr Zeit für uns zu haben.

Der Mensch ist ein soziales Wesen

Und so fällt es nun auch vielen schwer, ins normale Leben zurückzukehren. Während die einen bereits wieder im Partyhopping angekommen sind, fragen sich die anderen gerade, ob sie es wirklich wagen können, an einer Feier mit zehn mehr oder weniger unbekannten Personen teilzunehmen. Der Mensch ist nämlich nicht nur ein soziales Wesen, sondern auch ein Gewohnheitstier. Aber vielleicht sollten wir uns weniger vor Augen führen, welches Risiko wir bei der Begegnung mit anderen Menschen eingehen, sondern vielmehr, welchen Nutzen soziale Kontakte für uns haben. Denn seien wir mal ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich. Auch vor Corona gab es ansteckende Krankheiten, und nüchtern betrachtet steckt das Leben voller Risiken und endet immer mit dem Tod.

Deshalb ist es höchste Zeit, uns wieder vor Augen zu führen, was Leben eigentlich bedeutet. Das mag für jeden etwas anderes sein, aber eines ist sicher: Leben bedeutet ganz sicher nicht, die meiste Zeit zu Hause alleine oder im Kreis der engsten Familie zu verbringen. Leben bedeutet, mit anderen Menschen im Kontakt zu stehen, sich auszutauschen, zu diskutieren und manches Mal vielleicht auch zu streiten. Leben bedeutet auch, offen für Neues zu sein und neue Erfahrungen zu machen. Und das ist in der Regel wiederum mit anderen Menschen verbunden, häufig auch mit Unbekannten. Wie schön ist es doch, neue Menschen kennenzulernen und sich von deren Leben und Lebenswirklichkeit inspirieren zu lassen!

Ein Tisch voller Menschen

Selbstverständlich hat jeder von uns in der Coronazeit seine Kontakte reduziert. Das war ja auch richtig und wichtig. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es uns auf Dauer nicht gut tut, diesen Zustand länger aufrecht zu erhalten. Auch wenn ich mich während der ganzen Coronazeit regelmäßig mit meinen engsten Freund*innen getroffen habe, hatte ich immer ein Sehnsuchtsbild im Kopf: Ich sitze mit meiner Familie und meinen Freund*innen an meinem Esstisch. Den Tisch mussten wir ausziehen, aber dennoch ist der Platz knapp. Aber das macht nichts, wir rücken einfach enger zusammen. Wir essen und trinken gemeinsam, reden und lachen. Alle scheinen sich wohl zu fühlen und genießen die gemeinsame Zeit und die Gespräche, auch wenn sich viele nicht oder kaum kennen. Es ist laut. Denn es wird viel gelacht an diesem Tisch. Und um von seinem Nachbarn gehört zu werden, muss man schon ein wenig lauter reden. 

Vor kurzem hatte ich Geburtstag. Geprägt von den letzten beiden Jahren habe ich mich nicht getraut, meine Freund*innen offiziell einzuladen. Und so habe ich spontan alle, die an diesem Tag angerufen haben, auf Kaffee und Kuchen zu mir nach Hause eingeladen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass viele kommen würden. Aber dann kamen doch einige meiner Freund*innen spontan vorbei, und der Tisch war schließlich voll. Mein Sehnsuchtsbild aus der Coronazeit ist real geworden. Und ich saß zwischen meiner Familie und meinen Freund*innen und habe jede einzelne Minute in vollen Zügen genossen. Als dann alle – viel später als erwartet – gegangen waren, war ich vollkommen zufrieden und einfach unglaublich glücklich und dankbar. 

Das Leben ist schön

Denn wenn wir ehrlich sind, was macht denn eigentlich ein erfülltes und glückliches Leben aus? Es sind doch letztendlich immer die Begegnungen mit anderen Menschen, die uns das Leben spüren lassen und uns das Gefühl geben, wirklich glücklich zu sein. Zugegeben, es sind häufig auch andere Menschen, die dazu beitragen, dass wir uns ärgern oder dass wir über etwas viel länger als uns lieb ist grübeln müssen. Aber auch diese Menschen tragen indirekt dazu bei, dass wir uns mit dem Leben und den Herausforderungen, die es mit sich bringt, auseinandersetzen und dass wir uns weiterentwickeln und somit vielleicht auch wiederum glücklicher und zufriedener werden.

Dass wir so auf andere angewiesen sind, liegt quasi in unseren Genen. Schließlich waren unsere Vorfahren in der Steinzeit nur überlebensfähig, wenn sie sich in der Gemeinschaft – also quasi im Rudel – organisiert haben. Ein einzelner Mensch war einfach nicht überlebensfähig. Und so leiden wir auch heute noch darunter, wenn wir einsam und alleine sind und keine sozialen Kontakte haben. Und das sollten wir uns auch jetzt, nach den Entbehrungen der beiden Corona-Jahren, bewusst machen: Nicht nur unser Körper, auch unsere Seele, kann krank werden. Um seelisch und geistig gesund zu bleiben, brauchen wir den Kontakt zu anderen Menschen. Und da reicht ein Videochat einfach nicht aus. Um Mensch zu sein und psychisch gesund zu bleiben, brauchen wir echte Begegnungen mit real existierenden Menschen

Sich an das Leben herantasten

Das mag uns nach der langen Zeit der sozialen Abstinenz nicht gerade leicht fallen. Aber es kann und es muss gelingen. Wir müssen uns ja nicht gleich in große Menschenmengen stürzen. Und wir müssen auch nicht sofort eine große Party besuchen. Vielleicht ist es hilfreich, sich erst einmal bewusst zu machen, was wir am meisten vermisst haben und damit anzufangen. Ich habe zum Beispiel eine Bekannte, die sehr darunter gelitten hat, dass keine  Kino- und Theaterbesuche mehr möglich waren. Neulich ist sie mir beim Einkaufen begegnet und hat mir mit strahlenden Augen von ihrem ersten Theaterbesuch seit über zwei Jahren erzählt.

Also fangen wir doch damit an, was uns am meisten am Herzen liegt. Bei mir war es eindeutig der besagte Tisch voller Menschen. Wenn wir dann erfahren, wie lebendig das Leben in Wirklichkeit ist und wie bereichernd die Begegnung mit anderen Menschen sein kann, können wir uns weiter an das Leben herantasten und so Schritt für Schritt in unser altes Leben zurückkehren. Und wenn es doch Dinge gibt, auf die wir auch weiterhin gerne verzichten wollen, dann haben wir jetzt die beste Gelegenheit dazu. Kontakte, die wir in den letzten beiden Jahren nicht vermisst haben, müssen wir auch nicht wieder aufleben lassen. Es liegt an uns, wie und mit wem wir unser Leben verbringen wollen. Und darin liegt gerade jetzt nach Corona eine echte Chance für uns, unser Leben neu zu gestalten. Mit vielen bereichernden Begegnungen und wertvollen Momenten. 

__________________________________________

Eine Veranstaltung für Leib und Seele: food meets yoga

Wenn Ihr in Stuttgart oder Umgebung wohnt und endlich mal wieder etwas für Euch selbst tun wollt, habe ich noch einen Tipp für Euch. Nachdem uns Corona ausgebremst hatte, wollen meine Freundin Stefanie Holzinger und ich dieses Jahr wieder unsere Workshops unter dem Motto food meets yoga aufleben lassen. Wir verbinden in unseren Veranstaltungen Ernährung und Yoga und bieten so ganzheitliche Hilfestellungen in verschiedenen Situationen und Lebenslagen. 

Unser erster Workshop findet am 7. Mai unter dem Motto Mit Leichtigkeit durch die Wechseljahre statt. Weitere Workshops werden folgen. Hier findet Ihr eine Übersicht unserer Veranstaltungen. Oder folgt uns einfach auf facebook, dann verpasst Ihr keine Veranstaltung mehr. 

_____________________________

Ein Rezept für viele Menschen

Vielleicht hat Euch mein Sehnsuchtsbild von dem großen Tisch, an dem viele Menschen sitzen, inspiriert und Ihr habt Lust bekommen, endlich mal wieder Eure Freunde einzuladen. Deshalb habe ich Euch ein Rezept für eine Suppe aufgeschrieben, die prima geeignet ist, wenn Ihr viele Menschen zu Besuch habt. Die Suppe lässt sich leicht vorbereiten. Und falls doch weniger Menschen kommen als erwartet, lässt sie sich prima einfrieren. Dazu passen hervorragende meine Cracker oder einfach ein leckeres Vollkorn-Baguette. 

Ich habe das Rezept für vier Personen aufgeschrieben. Je nachdem, wie viele Menschen Ihr eingeladen habt, könnt Ihr dann einfach mehr davon zubereiten. Ich wünsche Euch eine wunderschöne Zeit mit Euren Lieben und einen guten Appetit! 

Tomaten-Linsen-Suppe

für 4 Personen

1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 große Karotte
1 Stange Lauch
etwas Olivenöl zum Anbraten
1 TL getrockneter Basilikum
1 großes Glas oder Dose Tomaten (660 g)
optional: 1/2 TL Kurkuma
Pfeffer aus der Pfeffermühle
500 ml Wasser oder Brühe
1 Lorbeerblatt
100 g rote Linsen
1 TL Salz
2 EL Olivenöl

Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Karotte schälen, den Lauch waschen. Beides in dünne Scheiben schneiden. 

Etwas Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel, den Knoblauch, die Karotten und den Lauch einige Minuten anbraten. Dann den Basilikum dazugeben und ebenfalls kurz mit anbraten.

Alles mit den Tomaten ablöschen. Die Tomaten mit dem Kochlöffel etwas zerdrücken. Die restlichen Gewürze (außer das Salz) und das Wasser dazugeben. 

Zum Schluss das Lorbeerblatt hinzufügen, noch einmal alles gut umrühren und circa eine Stunde köcheln lassen. Gelegentlich umrühren.

Anschließend das Lorbeerblatt herausnehmen und alles mit dem Stabmixer pürieren. Die roten Linsen waschen, in die Suppe einrühren und weitere 15 Minuten (Packungsangabe beachten) köcheln lassen. Anschließend das Salz hinzufügen. Falls Euch die Suppe zu dick ist, etwas Flüssigkeit dazugeben. Noch einmal alles abschmecken.

Kurz vor dem Servieren das Olivenöl unterrühren.

Optional: Mit ein paar frischen Basilikumblättern und Pinenkernen dekorieren


Wenn Ihr Euch gesünder ernähren möchtet oder ohne Jo-jo-Effekt gesund abnehmen wollt, unterstütze ich Euch gerne dabei. Hier findet Ihr weitere Informationen zu meinem Angebot.

2 Kommentare

  1. Liebe Eva,
    vielen Dank für das tolle Rezept.
    Die Tomaten-Linsen-Suppe schmeckt sehr gut!
    Toll finde ich auch, dass die Zubereitung so unkompliziert ist.
    Herzliche Grüße
    Stefanie

  2. Author

    Liebe Stefanie,
    vielen Dank für Deine Rückmeldung. Schön, dass Dir die Suppe schmeckt! Ich freue mich immer über einfache Rezepte, die gut schmecken und dabei auch noch gesund sind.
    Herzliche Grüße
    Eva

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.