Stress macht dick und krank

Stress macht dick und krank

Immer mehr Menschen schaffen es trotz aller Bemühungen nicht, erfolgreich abzunehmen. Obwohl sie sich einigermaßen gesund ernähren oder relativ wenig essen, mag es einfach nicht gelingen. Die Kilos scheinen förmlich am Körper zu kleben. Oft liegt das schlicht und ergreifend daran, dass wir unter Dauerstress leiden. Denn zu viel Stress macht uns dick und krank. Aber mit der richtigen Ernährung und der nötigen Portion Gelassenheit können wir diesem Effekt erfolgreich entgegenwirken. 

Stress ist heutzutage allgegenwärtig. Viele Menschen fühlen sich diesem sogar rund um die Uhr ausgesetzt. Dabei wissen wir ja eigentlich alle, dass Stress nicht gesund ist. Dennoch hetzen wir weiter im Hamsterrad von einer Verpflichtung zur anderen. Wir haben nicht einmal Zeit, inne zu halten und ganz in Ruhe einen Blick auf unser Leben zu werfen. Dann würde uns sicher schnell bewusst werden, dass es so nicht weitergehen kann und dass wir schnell etwas ändern sollten, damit wir weniger Stress und mehr Zeit für uns und die wirklich wichtigen Dinge im Leben haben. Und so hasten wir einfach weiter, ohne auf unseren Körper und dessen Bedürfnis zu hören. Meist geht das so lange, bis sich ernsthafte gesundheitliche Probleme bemerkbar machen. Aber unser Körper sendet uns meistens schon vorher Signale, die wir unbedingt ernst nehmen sollten.

In diesem Artikel:

Stress schadet unserer Gesundheit

Oft macht sich das erste Signal, das uns unser Körper sendet, auf unserer Waage bemerkbar. Denn wenn wir ständig unter Druck stehen, neigen wir dazu, Gewicht zuzulegen. Das liegt unter anderem daran, dass wir in stressigen Zeiten meist nicht ausreichend für uns selbst sorgen. Wenn wir nicht wissen, wo uns der Kopf steht, haben wir keine Zeit, frische und gesunde Lebensmittel einzukaufen, und haben selten die Geduld, uns jeden Tag etwas Gesundes zu kochen. Stattdessen greifen wir gerne mal zu Ungesundem wie Süßigkeiten oder Fast Food. 

Aber auch unser Hormonhaushalt verändert sich unter Stresseinwirkung, vor allem, wenn dieser Zustand über längere Zeit andauert. Stress ist erst einmal nichts Schädliches. Wir brauchen ihn, um hellwach zu sein und die Herausforderungen unseres Alltags mit viel Schwung und Energie zu meistern. Schwierig wird es, wenn es plötzlich keine Ruhephasen mehr, unser Körper sich nicht mehr von der Anspannung erholen kann und deshalb dauerhaft in Alarmbereitschaft bleibt. Das führt dazu, dass vermehrt das Langzeit-Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird. 

Zu viel Cortisol macht uns dick 

Auch Cortisol hat in unserem Körper durchaus seine Daseinsberechtigung und ist sogar lebensnotwendig. So soll unserem Körper bei starker Belastung, beispielsweise durch eine Infektion, eine Verletzung oder auch eine lang andauernde Hungersnot zusätzliche Energie zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wirkt Cortisol entzündungshemmend. Diesen Effekt hat sich auch die Medizin mit dem Arzneimittel Cortison zu Nutze macht. Wir können unserem Körper also wirklich dankbar sein, dass er in einer Notsituation so hervorragend für uns sorgt und so beispielsweise unsere Wundheilung unterstützt. Problematisch wird es nur, wenn wir nicht auf unseren Körper achten, und Stress zur Dauerbelastung wird. 

Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann beispielsweise dazu führen, dass

  • wir unter Bluthochdruck und erhöhten Blutzuckerwerten leiden,
  • unsere Schlafqualität leidet,
  • unser Immunsystem nicht mehr richtig funktioniert
  • wir uns schlecht konzentrieren können und
  • wir eben nicht abnehmen können beziehungsweise sogar zunehmen.

Raus aus der Stressfalle

Das ist oft der Beginn einer Negativspirale. Schlafen wir beispielsweise schlecht, weil der Druck so groß ist, dass wir nicht zur Ruhe kommen, sind wir am nächsten Tag müde und gereizt. Wenn das nur ab und zu passiert, ist das erst einmal nicht schlimm. Dann gehen wir eben am nächsten Tag einfach früher ins Bett und schlafen uns aus. Wird die Schlaflosigkeit aber zum Dauerzustand führt das nicht gerade dazu, dass wir am nächsten Tag gut für uns Sorgen. Wir haben einfach nicht die Energie, uns etwas Gesundes zu kochen oder vielleicht nach dem Mittagessen noch eine Runde spazieren zu gehen. Wir essen dann eher schnell das Wurstbrötchen mit viel Mayo beim Bäcker nebenan oder „gönnen“ uns einen Burger zum Mittagessen. Und dann sind da ja auch noch die Süßigkeiten, die wir gerne als „Nervennahrung“ in stressigen Zeiten zu uns nehmen.

All diese Faktoren führen auf Dauer zu einer Gewichtszunahme. Wenn wir den Teufelskreis nicht durchbrechen, werden wir über die Zeit immer mehr zunehmen, und es wird immer schwieriger werden, die überschüssigen Kilos wieder loszuwerden. Deshalb sollten wir rechtzeitig gegensteuern. Das kann aber nur gelingen, wenn wir uns die Situation bewusst machen und uns Zeit nehmen, diese zu begreifen, um dann auch wirklich dauerhaft etwas zu verändern. Jeder Mensch ist anders. Deshalb sollten die Schritte, die wir gehen wollen, auf unsere Bedürfnisse und unsere Lebenssituation ausgerichtet sein. Hier ein paar Vorschläge, wie man aus der Stressfalle aussteigen kann:

  • Bewusst Pausen einbauen. In stressigen Zeiten verzichten wir gerne auf Pausen. Das führt aber in der Regel nicht dazu, dass wir schneller zu einem guten Ergebnis kommen. Pausen helfen unserem Körper, sich zu regenerieren, und anschließend fühlen wir uns wieder fit und leistungsfähig.
  • Bewegung in den Alltag integrieren. Bewegung ist gesund und baut Stresshormone ab. Ideal wäre ein ausgedehnter Spaziergang im Wald, denn die sekundären Pflanzenstoffe der Waldluft wirken sich besonders positiv auf unsere Gesundheit aus. Wenn wir das nicht schaffen, sollten wir zumindest mehr Bewegung in unseren Alltag integrieren.
  • Soziale Kontakte pflegen. In stressigen Zeiten neigen wir dazu, unsere sozialen Kontakte zu vernachlässigen, denn wir haben ja schließlich keine Zeit. Aber genau das sollten wir nicht tun, wenn es uns nicht gut geht. Denn der Kontakt mit lieben Menschen, die uns gut tun, kann unseren Stresspegel enorm senken. Andersherum bedeutet dies natürlich auch, dass wir Menschen, die uns Energie rauben, meiden sollten. 
  • Sich gesund ernähren. In stressigen Zeiten ist es besonders wichtig, dass wir unserem Körper mit unserer Nahrung alles geben, was er braucht. Aber gerade dann fällt es uns oft schwer, gut für uns zu sorgen. Aber es gibt einige Tricks, wie man sich auch in angespannten Zeiten, gesund ernähren kann. So kann man beispielsweise dafür sorgen, dass immer genügend Obst in greifbarer Nähe ist, wenn der kleine Hunger zwischendurch kommt. Oder man bereitet am Wochenende schon einiges vor, damit es an stressigen Tagen abends nicht so schwer fällt, sich schnell noch etwas Gesundes zu kochen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Wichtig ist, dass wir uns erst einmal unsere Situation bewusst macht, unseren ganz persönlichen Weg aus der Stressfalle finden und diesen dann Schritt für Schritt beschreiten. Und dabei muss uns nicht gleich eine komplette Kehrtwendung gelingen. Jeder kleine Schritt zählt und hilft uns dabei, wieder gesünder und damit auch schlanker zu werden. 

In meinen Ernährungsberatungen geht es oft darum, wie man es auch in stressigen Zeiten schaffen kann, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Wenn Ihr dabei Unterstützung braucht, findet Ihr hier mein Angebot.

Im Herbst biete ich mit meiner Freundin und Yogalehrerin Stefanie Holzinger einen Workshop unter dem Motto food meets yoga – entspannt genießen an. In diesem Workshop erfahrt Ihr jede Menge darüber, warum Essen und Stress nicht zusammen gehören und wie Ihr ganz entspannt genießen könnt. 

In meinem Artikel Wie Stress unsere Abwehrkräfte schwächt, den ich für einen Gesundheitsratgeber geschrieben habe, findet Ihr weitere Informationen, wie Stress unserem Immunsystem schaden kann.

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