Mirabellen Nice Cream

Mirabellen Nice Cream

Kein Sommer ohne Eis

Könnt Ihr Euch einen Sommer ohne Eis vorstellen? Als Kind bekam ich nur selten Süßes, und da war es für mich im Sommer einfach das Größte, wenn es ein Eis gab. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mein Bruder und ich abends mit meinem Vater im quietsch-orangen VW-Käfer in die Stadt gefahren sind, um meine Mutter von der Arbeit abzuholen. Was war das für ein Freudenfest, wenn wir dann 50 Pfennig für eine Kugel Eis bekam. Die Eisdiele hieß ganz klassisch „Venezia“ und wurde von waschechten Italienern betrieben, was man schon gleich am Akzent erkannte. Da gab es auch keine Eissorten wie „Cookies mit Meersalz“ oder „Basilikum-Erdbeere“, sondern einfach Schokolade, Haselnuss und Vanille. Das einzig Exotische waren die italienischen Eis-Namen, die damals für die meisten Deutschen wirklich fremd waren und kaum einer richtig aussprechen konnte. Da wurde häufig eine Kugel „Straziatella“ bestellt, und keiner störte sich daran.

Ich kann mich noch an jedes Detail erinnern, als ob es gestern gewesen wäre, auch wenn das schon Jahre – oder besser Jahrzehnte – her ist: an den Weg dorthin über den Marktplatz, den Zebrastreifen, der auf das Kopfsteinpflaster gemalt war, den Geruch beim Betreten der Eisdiele, der warm und süß und einladend war und so unglaublich nach Italien roch, die Stühle aus Metall und rotem Kunstleder, an denen man ganz schnell festklebte, die strenge Stimme der alten Italienerin hinter der Theke, die immer wütend schien und Kinder offensichtlich nicht leiden konnte, und an das cremigste, schokoladigste Eis, das man sich einfach vorstellen kann. Und wenn wir dem italienischen Drachen unbeschadet entkommen waren und voll des Glücks mit unserem Eis in der Waffel zurück zum Auto kamen, lächelte mein Vater zufrieden ob dieses Kinderglücks.

Das ist alles sehr, sehr lange her. Ich möchte die Jahre gar nicht genau nachzählen. Vieles hat sich seither verändert. Auch die gute alte Eisdiele Venezia gibt es schon lange nicht mehr. Dort ist inzwischen die Filiale einer Großbäckerei eingezogen. Viele gute Eisdielen mussten schließen und Platz für Massenware machen. Aber immer noch esse ich gerne Eis. Und Gott sei Dank gibt es inzwischen wieder viele kleine Eismanufakturen, die keine Massenware verkaufen, sondern tatsächlich ihr Eis selbst aus frischen Zutaten herstellen. Teilweise auch mit Biomilch oder sogar in veganer Qualität. Sofern man wie ich in einer Großstadt wohnt, hat man hier sogar die Auswahl zwischen verschiedenen Läden.

Geht es auch gesünder?

Die zunehmende Zahl an Eismanufakturen zeigt, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich um ihre Nahrung und ihre Gesundheit Gedanken machen und sich nicht mehr alles vorsetzen lassen. Aber auch das Qualitätseis aus der Eismanufaktur enthält natürlich viel Zucker. Zucker ist inzwischen den meisten als der Krankmacher Nummer 1 bekannt. Und wir wissen inzwischen ja auch alle, dass es in vielen Nahrungsmitteln versteckten Zucker gibt. Von daher lohnt es sich immer, auf diesen zu verzichten, wenn das irgendwie möglich ist.

Für alle, die nicht auf Eis aber sehr wohl auf Zucker verzichten möchten, ist Nice Cream die perfekte Lösung. Es schmeckt lecker, ist einfach zubereitet und besteht nur aus gesunden Lebensmitteln. Die Grundlage der meisten Nice Cream-Rezepte sind Bananen. Diese sind von Natur aus sehr süß und liefern eine cremige Konsistenz. Mit verschiedenen weiteren Zutaten lassen sich dann unterschiedliche Geschmacksnoten erzielen. Dazu werden die – möglichst reifen – Bananen in Scheiben geschnitten und eingefroren. Die gefrorenen Bananenscheiben kommen dann mit weiteren Zutaten in den Mixer oder Food Processor und werden cremig zur Nice Cream gemixt.

Nice Cream ist weicher als normale Eiscreme, schmeckt aber – frisch genossen – einfach unglaublich lecker. Wenn es zu weich geraten sollte, kann man es auch in einer entsprechenden Aufbewahrungsbox für eine halbe Stunde bis Stunde in den Gefrierschrank stellen. Allerdings ändert sich dadurch die Konsistenz. Ich persönlich finde, dass es frisch am besten schmeckt – auch wenn es dann etwas weicher als normales Eis ist.

Muss es immer Banane sein?

Soweit so gut. Jetzt gibt es dabei nur ein Problem: Meine Familie mag keine Bananen. NO WAY! Mein Mann mochte sie eh noch nie und mein Sohn mag sie nicht mehr, seitdem er 6 Bananen auf einmal gegessen hat (was man ja auch irgendwie verstehen kann). Wenn ich irgend etwas mit Bananen mache, kann ich es also alleine essen. Und ganz ehrlich: Ich esse zwar ab und zu ganz gerne eine Banane, aber sonderlich scharf bin ich darauf auch nicht.

Als ich vor ein paar Wochen von Bekannten jede Menge Mirabellen geschenkt bekommen habe und mir Gedanken darüber machte, was ich mit dieser Riesenmenge Obst machen sollte, kam mir die Idee, es mal mit Nice Cream zu probieren. (Ein schönes Foto dazu findet Ihr auf Instagram!) Also habe ich das Obst entkernt und eingefroren.

Und am Sonntag war es dann soweit: Ich habe die Mirabellen mit Kokosmilch zu Nice Cream verarbeitet. Die Süße der Mirabellen reichte nicht ganz aus, deshalb habe ich noch etwas Honig hinzugefügt. Veganer können hier auf Kokosblütenzucker zurück greifen. Kurkuma und Zimt machen das Eis nicht nur gesünder, sondern geben ihm eine tolle Farbe und einen etwas exotischen Geschmack. (Im Rezept Fenchel-Orangen-Salat könnt Ihr noch einmal alles über Kurkuma nachlesen.)

Meine Freundin Sandra, die mit uns das Eis getestet hat, meinte noch: „Das schmeckt aber lecker. Ich finde ja die Pinienkerne sehr interessant.“ Probiert einfach aus, wie es Euch schmeckt. Anstelle der Mirabellen könnt Ihr auch Aprikosen oder Pflaumen verwenden. Und natürlich kann man hier nach Herzenslust mit verschiedenen Obstsorten und Gewürzen experimentieren.

Also, lasst es Euch schmecken – enjoy!

Cremiges Mirabellen Nice Cream

für 4 Personen

500 g gewaschene und entsteinte Mirabellen
1 kleine Dose Kokosmilch (200 ml)
1/2 TL Kurkuma
1 – 2 EL Honig oder Kokosblütenzucker (für die vegane Variante)
1 TL Zimt
3 EL Pinienkerne oder Zedernnüsse

Die Mirabellen in eine flache, längliche, für die Gefriertruhe geeignete Aufbewahrungsbox geben. Die Mirabellen sollten möglichst nebeneinander liegen, dass sie nicht zu einem Klumpen zusammen gefrieren.

Die Mirabellen einige Stunden – am besten über Nacht – in den Gefrierschrank geben. 

Am nächsten Tag aus dem Gefrierschrank nehmen und so lange antauen lassen, bis die Mirabellen nicht mehr an der Box festkleben. Dann in den Mixer oder Food Processor geben.

Die Kokosmilch und den Zimt sowie den Honig bzw. Kokosblütenzucker hinzufügen und alles gut mixen. Am Schluss die Pinienkerne unterrühren (nicht mixen, sie sollen ganz bleiben).

Am besten gleich genießen. Wenn man es fester mag, noch einmal für 30 bis 60 Minuten in die Gefriertruhe geben.

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