Dick und krank durch zu viele Ausnahmen

Dick und krank durch zu viele Ausnahmen

… mit einem Rezept für Lebkuchen, die nicht dick machen

Der erste Advent steht vor der Tür. Das Weihnachtsgebäck und die Weihnachtsdeko in den Läden habe ich bisher ignoriert, aber jetzt kann ich die Weihnachtszeit wohl nicht mehr verdrängen. Also schnell noch einen Adventskranz besorgt, einen Adventskalender für den Junior gebastelt und die Rezepte für die Weihnachtsplätzchen herausgeholt. Schließlich gehören Naschereien und gutes Essen zur Weihnachtszeit wie die rote Mütze zum Weihnachtsmann. Und gerade in dieser Zeit darf man sich ja mal etwas gönnen und eine Ausnahme machen, egal wie krank oder dick wir sind. Oder etwa nicht?

Hier geht’s direkt zum Rezept!

„Jeder darf ja schließlich mal eine Ausnahme machen.“

Diesen Satz höre ich als Ernährungsberaterin sehr oft. Er muss für vieles herhalten: für täglichen Fleischkonsum, Süßigkeiten, Fertigpizzen… Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Und ich kann es gut verstehen. Ich benutze diesen Satz selbst sehr gerne, wenn ich etwas unbedingt haben beziehungsweise essen will, von dem ich genau weiß, dass es mir nicht gut tut. Dieser Satz ist das perfekte Totschlagargument. Wer will schließlich etwas dagegen haben, wenn man sich – ausnahmsweise – mal etwas Süßes gönnt. Oder wenn man sich – ausnahmesweise – im Restaurant für die Pizza und nicht den Salat entscheidet. Keiner will so ein Spielverderber sein. 

Weihnachten ist schließlich nur einmal im Jahr

Gerade jetzt in der bevorstehenden Weihnachtszeit wird man diesen Satz sehr häufig hören. Wenn für jede Äußerung dieses Satzes – in Gedanken oder laut ausgesprochen – eine Lampe anginge, wäre es in Deutschland in der Adventszeit wahrscheinlich rund um die Uhr taghell, auch ohne Weihnachtsbeleuchtung. Und es gibt ja gerade in der Weihnachtszeit nichts Schöneres, als sich selbst und seinen Lieben etwas Gutes zu tun: die leckeren Plätzchen, die der Kollege mitgebracht hat, zum zweiten Frühstück, der Stollen, den uns die Freundin geschenkt hat, nachmittags zum Kaffee und dann schließlich an Weihnachten, wenn alle zusammen sind, um das Fest der Liebe zu feiern, das große Festtagsmenü. 

Weihnachten ist schließlich nur einmal im Jahr und etwas ganz Besonderes. Was sollte da dagegen sprechen, dass man das Fest der Liebe mit ganz besonderen Leckereien begeht? Ich muss bei Weihnachten immer an „Madita“ denken. In diesem Buch beschreibt Astrid Lindgren, wie Madita mit ihrer Familie das Weihnachtsfest vorbereitet. Da wird gebastelt, gebacken und gekocht. Alle zusammen bereiten ein riesengroßes Festmahl für Weihnachten vor. Am liebsten möchte man sich zu Madita an den Küchentisch setzen und gemeinsam mit ihr von den frisch gebackenen Plätzchen naschen. 

Lebkuchen auf Blech von vorne
- machen nicht dick

Wir haben die Ausnahmen zur Regel gemacht

Man spürt förmlich die Wärme des Feuers und kann die Düfte, die aus dem Ofen kommen, fast schon riechen. Draußen hat es geschneit, es ist bitter kalt, und es liegt ein Zauber in der Luft, der Kinder- und Erwachsenenaugen zum Glänzen bringt. Und natürlich haben die meisten von uns ähnliche Erinnungen an ihre eigene Kindheit. Ach, wie schön war doch als Kind die Weihnachtszeit. All der Zauber und all die Leckereien, auf die man sonst keinen Zugriff hatte. Süßigkeiten waren rar, und da war es für uns Kinder der Himmel auf Erden, wenn es plötzlich überall, wo man hinkam, reichlich Plätzchen und anderes Naschzeug gab.

Und das ist der entscheidende Unterschied zur heutigen Zeit. Süßigkeiten und ungesunde Lebensmittel sind heutzutage billig und überall und immer verfügbar. Wir müssen nicht mehr auf Weihnachten warten, um eine Gans oder einen Braten essen. Wir müssen auch nicht mehr auf die Adventszeit warten, um Plätzchen naschen zu können. Diese stehen ja bereits Ende September in den Regalen unserer Supermärkte. Wir haben die Ausnahme zur Regel gemacht. Was früher auf wenige Tage im Jahr beschränkt war, wurde zu unserer täglichen Nahrung, die uns nicht nur an Weihnachten dick und krank macht. 

Unsere Ernährung wurde entzaubert

Und genau darin liegt das Problem unserer heutigen Zeit, die von Überfluss und ungesunden Lebensmitteln geprägt ist. Wir machen eine Ausnahme und gönnen uns die Plätzchen zum zweiten Frühstück im Büro. Leider animieren uns ungesunde Lebensmittel nicht dazu, im Anschluss daran einen gesunden Salat zu uns zu nehmen. Sie führen vielmehr dazu, dass wir spätestens nach dem Mittagessen in der Kantine, wo wir uns – ausnahmsweise – mal einen großen Teller Pasta gegönnt haben, eine Heißhungerattacke bekommen und die restlichen Plätzchen, die noch beim Kollegen auf dem Schreibtisch warten, gierig vertilgen.

Und das Schlimme daran: Diese Art der Ernährung macht nicht nur dick und krank. Sie schmeckt nicht einmal. Sie hat nur noch wenig mit Genuss zu tun. Man könnte auch sagen, unsere Ernährung wurde komplett entzaubert. Früher haben wir uns lange vor dem ersten Advent auf die Weihnachtsplätzchen gefreut. Alleine die Plätzchen zu backen und nebenbei heimlich vom Teig zu naschen, war der pure Genuss. Und als es dann am ersten Advent – keinen Tag früher – die ersten Plätzchen gab, war das ein richtiges Fest für uns Kinder. Heute werden uns die Weihnachtsleckerein bereits lange vor dem Advent im Laden angeboten. Auch wenn wir es eine Zeitlang schaffen, an diesen Köstlichkeiten vorbeizugehen und sie nicht zu kaufen, kapitulieren wir doch meistens spätestens Mitte November. 

Türme Lebkuchen Querformat, machen nicht dick

Die Ausnahme ist längst keine Ausnahme mehr

Das Besondere ist so zum Alltäglichen geworden und die Ausnahme zur Regel. Und das gilt nicht nur für Weihnachtsgebäck oder das Weihnachtsfestessen. Wir machen immer öfter Ausnahmen und merken manchmal selbst gar nicht, dass die Ausnahme längst keine Ausnahme mehr ist, sondern unser ganz normales Essverhalten widerspiegelt. Die Fertigpizza einmal im Monat als Ausnahme macht Spaß, die Fertigpizza zweimal pro Woche als Ausnahme macht dick und krank. 

Heißt das nun, dass wir an Weihnachten auf den liebgewonnenen Genuss verzichten müssen? Dass es dieses Jahr besser keine Weihnachtsplätzchen geben sollte? Oder sollte uns das schlicht und ergreifend egal sein? Schließlich bleibt Weihnachten Weihnachten, und nächstes Jahr können wir ja mit vielen Guten Vorsätzen und einer Diät beginnen. Leider ist das auch keine Lösung. Damit werden wir leicht Opfer des Jo-Jo-Effekts, und somit noch unglücklicher, kränker und leider auch dicker. 

Von dieser Nahrung werden wir satt und nicht nur voll

Nur wenn wir unsere Ernährung so umstellen, dass die Ernährungssünden tatsächlich eine Ausnahme sind und unsere tägliche Mahlzeiten uns mit allen Nährstoffen versorgen, die wir brauchen, können wir langfristig schlank und gesund bleiben. Aber wie soll das gehen? Das kann uns ganz einfach mit einer vollwertigen pflanzenbasierten Kost gelingen. Die Grundlage unserer Ernährung sollte Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn-Getreide, Nüsse und Samen sein. Wer mag, kann diese Lebensmittel mit WENIGEN hochwertigen tierischen Bio-Produkten aus artgerechter Haltung ergänzen. 

Und dass diese Art der Ernährung nicht nur gesund, sondern auch super lecker ist, könnt Ihr mit den Rezepten auf meinem Blog ganz einfach selbst ausprobieren. Das Tolle daran ist, dass wir von dieser Nahrung auch wirklich satt und nicht nur voll werden. Wir können nach einer vollwertigen Mahlzeit ohne Völlegefühl, Magendrücken, Müdigkeit oder Blähungen vom Tisch aufstehen und fühlen uns im wahrsten Sinne des Wortes wohl genährt. 

Naschen, ohne dick zu werden

Jeder Schritt zählt

Die wenigsten von uns schaffen es, ihre Ernährung von heute auf morgen komplett umzustellen und sich nur noch vollwertig und gesund zu ernähren. Aber jeder Schritt zählt. Jede Mahlzeit, die nicht nur meinen Magen füllt, sondern meine Körper mit allem versorgt, was er braucht, trägt dazu bei, dass es mir gut geht und ich gesund bleibe oder werde. Wichtig ist, dass ich anfange. Dass ich einfach den ersten Schritt mache. Und wie sagt man so schön: Der Appetit kommt mit dem Essen. Wenn ich merke, dass es mir mit dieser Ernährungsform besser geht, dann wird mir der zweite Schritt schon viel leichter fallen. Und der dritte, vierte und fünfte Schritt werden dann das reinste Kinderspiel.

Wie lecker eine vollwertige Ernährung aussehen kann, könnt Ihr gleich mit meinem Rezept für gesunde vollwertige Lebkuchen ausprobieren. Vielleicht schmecken Sie Euch ja so gut, dass Ihr nach den Lebkuchen auch noch die Vital-Kugeln und dann vielleicht sogar noch die Haselnuss-Schoko-Plätzchen probieren mögt. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Spaß bei Eurer Weihnachtsbäckerei und eine wunderbare Adventszeit voller Zauber und Genuss!

Lebkuchen „leckervital“

Lebkuchen Hand

300 g Dinkel-Vollkormehl
200 g gemahlene Haselnüsse (am besten frisch gemahlen)
1 Päckchen Backpulver
1/2 TL Kardamom, gemahlen
1 TL Nelken, gemahlen
1 TL Zimt
1/2 TL geriebene Muskatnuss
3 EL Kichererbsenmehl
100 ml Wasser
200 g Honig oder Löwenzahnhonig
100 g Kokosöl
Abrieb von einer Orange
100 g Datteln, in feine Würfel geschnitten
50 g gehackte Walnüsse

100 g dunkle Kuvertüre (zum Verzieren)

Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen.

Die trockenen Zutaten – das Mehl, die geriebenen Haselnüsse, das Backpulver und die Gewürze – in eine große Schüssel geben und gut vermischen. 

Das Kichererbsenmehl in einer kleinen Schüssel mit 6 EL Wasser mischen. 

Den Honig oder Löwenzahnhonig mit dem Kokosöl und dem Wasser in einem Topf erhitzen und gut verrühren.

Dann zusammen mit den restlichen Zutaten in die Schüssel zu den trockenen Zutaten geben und zu einem Teig verrühren.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig darauf gleichmäßig verteilen. Für 20 Minuten in den Ofen geben. Den Backofen ausschalten und das Blech weitere 10 Minuten im Backofen lassen.

Die Kuvertüre im Wasserbad vorsichtig schmelzen. Die Hälfte der Lebkuchen mit der Kuvertüre bestreichen.

Die Lebkuchen mit einem großen Messer in beliebig große Stücke schneiden.

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