Was bedeutet Weihnachten für uns?

Was bedeutet Weihnachten für uns?

…mit einem veganen Weihnachtsrezept für Kartoffelkuchen mit Blaukraut und Steinpilzsauce

Die Adventszeit hat begonnen, und Weihnachten steht nun schon fast vor der Tür. Viele von uns fragen sich, wie sie dieses Jahr wohl Weihnachten feiern werden. Die Corona-Regeln für die Feiertage sind nun kommuniziert, und wir prüfen, ob diese es zulassen, dass wir in der üblichen Runde feiern. Für viele passt der gesetzte Rahmen, aber andere – meist Großfamilien – müssen die geplanten Feiern überdenken. Die ganze Diskussion über die Kontaktbeschränkungen während der Weihnachtsfeiertage haben gezeigt, wie viel den Deutschen dieses Fest bedeutet. Aber warum ist dieses Fest und wie wir es feiern eigentlich so wichtig für uns?

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Beim Einkaufen treffe ich eine Bekannte. Sie hört gar nicht mehr auf zu reden. Seit einer guten halben Stunde erzählt sie mir, wie sie gerne Weihnachten verbringen möchte und dass das jetzt mit den neuen Regeln gar nicht geht. Sie hat vier Schwestern und alle haben Familie und Kinder. „Du weißt doch, wir feiern immer ganz groß. Alleine wir Schwestern mit unseren Partnern sind schon zehn. Und dann kommen noch die Großeltern dazu, und alle Kinder, die bereits über 14 Jahre sind. Das funktioniert einfach nicht. Dabei ist es für uns als Familie das wichtigste Fest im ganzen Jahr.“ 

So geht es momentan sicherlich vielen. Als ob es nicht sowieso jedes Jahr schwierig genug wäre, alle unter einen Hut zu bringen und es allen recht zu machen, legt Corona die Messlatte noch höher und stellt uns vor neue, unbekannte Herausforderungen. Ene, mene, mu… So ungefähr fühlt es sich für nicht wenige an, wenn sie sich aktuell überlegen, wie und vor allem mit wem sie dieses Jahr das Fest der Liebe feiern wollen. 

Ein kompliziertes Weihnachtsfest

Hinzu kommt natürlich die Sorge, die Eltern beziehungsweise die Großeltern oder auch andere mit erhöhtem Risiko bei der gemeinsame Weihnachtsfeier mit dem Virus zu infizieren. Denn auch, wenn wir uns bei allem, was wir tun, an die gesetzlichen Regelungen halten, lässt sich das Virus davon wohl wenig beeindrucken. Im Fernsehen habe ich ein älteres irisches Ehepaar gesehen, das normalerweise mit allen Kindern und mit 17 Enkeln gemeinsam Weihnachten feiern. Nun haben sie sich schweren Herzens entschieden, dieses Jahr Weihnachten online zu feiern.

Das Weihnachtsfest kommt 2020 sperrig daher, und macht es uns schwer, der Vorfreude auf das Fest so richtig Raum zu geben. Dabei könnten wir ein Stück Normalität und Sorglosigkeit im Kreis unserer Lieben so gut gebrauchen. Aber warum ist Weihnachten für uns Deutsche denn überhaupt so wichtig? Nur noch gut die Hälfte aller Deutschen gehört überhaupt einer christlichen Religionsgemeinschaft an. Den anderen – zu denen ich mich auch zähle – dürfte das Weihnachtsfest dann doch eigentlich so ziemlich egal sein. Schließlich geht es beim Weihnachtsfest im Grunde genommen um die Geburt Jesu Christi, mit der die meisten Deutschen wahrscheinlich reichlich wenig anfangen können.

Aber Weihnachten ist weit mehr als ein christliches Fest. Es ist tief in unserer Kultur und in unserer Seele verwurzelt und gehört zu unserem Leben einfach dazu. Wir verbinden mit Weihnachten viele schöne Erinnerungen an die Kindheit, ein Stück Friede und Liebe und ganz viel Zeit im Kreis unserer Lieben. Es ist für viele von uns ein Stück heile Welt (auch wenn diese in Wirklichkeit oft gar nicht so heil ist), nach der wir uns so sehnen, dass wir sie gerne immer wieder aufs neue zelebrieren wollen. Gerade dieses Jahr, in dem wir unter der Corona-Krise leiden, ist diese kleine heile Welt für viele von uns ganz besonders wichtig. 

Weihnachten ist tief in uns verwurzelt

Die andere Seite will ich an dieser Stelle natürlich auch nicht verheimlichen: Es gibt genügend Menschen, die Weihnachten nicht ausstehen können, weil sie vielleicht an diesem Tag alleine sind, da sie keine Familie haben, oder vielleicht auch gerade weil sie Zeit mit ihren Familien verbringen müssen. Es soll auch den einen oder anderen geben, der von der relativen Großzügigkeit der Corona-Weihnachtsregelung enttäuscht war. War man doch so der bereitwillig akzeptierten Ausrede beraubt, an der Familienfeier nicht teilnehmen zu können.

Aber eigentlich ist es ja etwas sehr Schönes, gemeinsam mit den Menschen, die uns am Herzen liegen, ein Fest der Liebe zu feiern. Die Corona-Krise hat uns sehr eindrücklich gezeigt, dass wir Menschen soziale Wesen sind (die meisten zumindest) und dass wir den Kontakt zu anderen Menschen einfach brauchen. Wir haben gelernt, dass die Digitalisierung viele Chancen bietet, aber dass eine Video-Konferenz dennoch nur einen kläglichen Ersatz für ein echtes Treffen und einen echten Austausch bietet. Ich kenne einige Menschen, die schon seit Monaten im Home-Office sitzen und die ständigen unpersönlichen Video-Konferenzen mehr als satt haben.  

Mir selbst geht es genauso. Selbstverständlich halte ich mich an alle Corona-Regeln und habe meine sozialen Kontakte auch stark eingeschränkt. Aber ich treffe weiterhin meine engsten Freunde. Weil es für mich wichtig ist, weil es mich glücklich macht, weil es mir hilft, die Krise gut zu bewältigen und gut durch diese schwierigen Zeiten zu kommen. Ich brauche das Gefühl, mit den Menschen, die mir am Herzen liegen, im Kontakt zu bleiben und mich regelmäßig mit ihnen auszutauschen. Denn das ist es ja schließlich, was uns Menschen ausmacht: liebevoll mit anderen Menschen verbunden zu sein – und zwar ganz in echt und nicht nur über einen Bildschirm. 

Weihnachten – das Fest der Liebe

Und genau um das geht es für mich auch an Weihnachten: Auch wenn das Fest in religiöser Hinsicht für mich keine Bedeutung hat, so ist es für mich dennoch das Fest, an dem wir mit unserer Familie oder auch mit unseren Freunden zusammen Zeit verbringen, an dem wir uns mit Geschenken gegenseitig eine Freude machen, an dem wir uns gemeinsam mit einem besonderen Essen an einen Tisch setzen und miteinander ins Gespräch kommen. Viele Familien wohnen weit auseinander und sehen sich nur wenige Male im Jahr. Wie wichtig ist da so ein Fest, das für uns ein (meist willkommener) Anlass ist, gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen!

Ich bin auf jeden Fall dankbar, dass ich den Heiligen Abend mit meinem Sohn und meinem Mann verbringen darf. Dass wir kleine Rituale haben, die für uns etwas ganz besonderes sind und die es eben nur an diesem einen Tag gibt: Den wunderschön geschmückten Weihnachtsbaum, die leuchtenden Kerzen, die liebevoll ausgesuchten Geschenke, das Essen, das es nur einmal im Jahr gibt. All das verzaubert uns, macht uns glücklich und dankbar dafür, dass es unsere kleine Familie gibt und dass wir an diesem Tag nicht alleine sind. Und wenn uns dann der große Sohn meines Mannes an den Feiertagen noch besucht, ist das Glück für uns einfach perfekt. 

Wenn ich ehrlich bin, bräuchte ich keinen Weihnachtsbaum. Und auch die Geschenke sind für mich nicht wichtig, auch wenn mein Sohn hier eine ganz andere Meinung hat. Aber es sind Symbole, die uns zeigen, dass Weihnachten das Fest der Liebe ist, das uns innehalten lässt und uns so viel wertvolle gemeinsame Zeit als Familie schenkt. Und dafür lohnt sich auch der ganze Aufwand, der damit verbunden ist: Die Vorbereitungen auf das aufwändige Essen, die sorgfältige Auswahl der Geschenke, der Kauf und das Schmücken des Baums… All das bereitet diese Tage vor, die uns mit der Anwesenheit unserer Lieben so reich beschenkt. 

Warum sich die Mühe lohnt

Deshalb freue ich mich auf Weihnachten. Deshalb verschicke ich jedes Jahr Karten an alle Freunde und Verwandten, die mir am Herzen liegen. Deshalb bastele ich jedes Jahr einen aufwändigen Adventskalender für meinen Sohn. (Mit jedem kleinen Päckchen, das er auspackt, steigert sich auch die Vorfreude auf Weihnachten für uns Großen.) Und deshalb mache ich mir viele Gedanken über Geschenke, die meinen Lieben eine Freude machen könnten. 

Meine Bekannte mit den vier Schwestern überlegt übrigens immer noch, wie sie alle Familienmitglieder unter einen Hut bringen kann. Sie arbeitet gerade an einem Konzept, wie sich in einer Art Rotation doch irgendwie alle sehen können, ohne dass die Corona-Regeln verletzt werden. Auch ein kleines Hygienekonzept hat sie sich überlegt, damit die Großeltern und der adipöse Schwager nicht gefährdet werden. Und all diese Bemühungen werden ihr und ihren Lieben vor Augen führen, um was es bei diesem Fest schließlich geht: um die gemeinsame Zeit, die man in Liebe miteinander verbringt.

Ein festliches Essen für unsere Lieben

Über das Weihnachtsmenü habe ich mir dieses Jahr lange Gedanken gemacht. Die letzten beiden Jahre gab es bei uns immer veganen Nuss-Braten mit Sternengemüse. Dieses Jahr wollte ich mal etwas Neues ausprobieren. Und so wird es bei uns einen veganen Kartoffelkuchen mit Blaukraut und Steinpilz-Sauce geben. Ihr könnt dieses Gericht wunderbar vorbereiten, so dass Ihr dann wenig Arbeit haben, wenn Eure Lieben zu Besuch kommen. Das Gericht ist komplett vegan. Aber man kann es natürlich auch mit Fleisch kombinieren, wenn jemand am Tisch sitzt, der auf Fleisch nicht verzichten will. Vielleicht einigt Ihr Euch ja aber auch auf einen super leckeren und tierleidfreien Nuss-Braten oder Grünkern-Burger?

Dazu wird es bei uns einen Feldsalat mit gerösteten Walnüssen geben. Aber das Gericht lässt sich – je nach Geschmack – auch mit jedem anderen Salat kombinieren. Ein Fenchel-Orangen-Salat mit Kurkuma und Walnüssen passt beispielsweise wunderbar dazu. Auch kann man dazu noch einen Kartoffelsalat servieren – je nachdem, wie viel Aufwand man sich mit dem Weihnachtsessen machen will. Und wie wär es mit einem leckeren Rote-Bete-Carpaccio als Vorspeise? Als Nachtisch oder zum Kaffee dann noch ein paar Lebkuchen oder Haselnuss-Schoko-Plätzchen, und das Weihnachts-Menü ist perfekt! 

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Weihnachtszeit mit reichlich kostbarer Zeit im Kreis Eurer Lieben und vielen zauberhaften Momenten. Lasst es Euch gut gehen, und bleibt gesund!

Veganer Kartoffelkuchen mit Blaukraut und Steinpilz-Sauce

 für 4 Personen

 

für das Blaukraut

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleiner Kopf Blaukraut
2 EL Kokosöl
200 ml Wasser
2 TL Salz
einige Umdrehungen aus der Pfeffermühle
1 TL Kurkuma
1 TL Galgant
4 EL Essig

 

für den Kartoffelkuchen

1 kg Kartoffeln
1-2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
2 Zweige frischer Rosmarin
60 g Kokosöl
1 TL Salz
einige Umdrehungen aus der Pfeffermühle
1 TL Kurkuma
2 EL Lupinenmehl
Etwas Kokosöl zum Einfetten der Form

für die Sauce

600 ml Wasser
20 g getrocknete Steinpilze
100 g Cashewkerne
1 EL Lupinenmehl
5 EL Sojasauce
einige Umdrehungen aus der Pfeffermühle

Für die Sauce das Wasser zum Kochen bringen. Die Steinpilze in eine Schüssel geben und mit dem kochenden Wasser übergießen. Beiseite stellen. (Die Steinpilze müssen mindestens eine Stunde eingeweicht werden.)

Für das Blaukraut den Knoblauch und die Zwiebel schälen und fein würfeln. 

Das Blaukraut vierteln. Die äußeren Blätter und den Strunk entfernen. In möglichst feine Streifen schneiden. Am besten geht das mit einer Küchenmaschine.

Das Fett erhitzen, den Knoblauch und die Zwiebel hinzufügen und kurz anbraten. Anschließend das Blaukraut hinzufügen und alles einige Minuten anbraten. 

Das Wasser, den Essig und die Gewürze hinzufügen, alles noch einmal gründlich verrühren.

Circa 30 Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren. 

Wichtig: Wenn das Blaukraut fertig ist und Ihr für die anderen Sachen noch Zeit braucht, macht das überhaupt nichts. Einfach den Topf beiseite stellen und bei Bedarf kurz vor dem Servieren noch einmal erwärmen. 

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

Für den Kartoffelkuchen die Kartoffeln schälen, fein reiben in eine große Schüssel geben. Falls sich viel Wasser gebildet hat, dieses vorher abgießen.

Die Knoblauchzehen schälen und durch die Knoblauchpresse ebenfalls in die Schüssel geben.

Den Rosmarin waschen, trocken tupfen, die Nadeln fein hacken. 

50 g Kokosöl schmelzen.

Alle Zutaten zu der Kartoffelmasse in die Schüssel geben und gut vermischen.

Eine Backform mit etwas Kokosöl einfetten. Die Kartoffelmasse gleichmäßig in der Form verteilen, das restliche Kokosöl darauf verteilen und für 30 Minuten in den Ofen geben.

Für die Sauce die Pilze aus dem Wasser nehmen. Die Cashewkerne im Food Processor oder im Mixer fein mahlen. Das Lupinenmehl, die Sojasauce und das Pilzwasser hinzufügen und alles gründlich durch mixen. 

Nun die Sauce in einen Topf geben und unter ständigem Umrühren kurz aufkochen. Anschließend die Steinpilze klein schneiden und zur Sauce hinzufügen. 

Alles noch einmal abschmecken und servieren.

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