Hagebutten – Nahrung für unser Immunsystem

Hagebutten – Nahrung für unser Immunsystem

…mit einem Rezept für ein würziges Hagebutten-Ketchup

Nun kann man es nicht mehr länger ignorieren. Der Sommer ist endgültig vorbei und der Herbst hat es sich bei uns bequem gemacht. Mir fällt der Abschied von diesen langen hellen Tagen immer schwer. Vor allem die Dunkelheit macht mir zu schaffen. Dieses Jahr hält der Herbst noch ganz andere Herausforderungen für uns bereit, und viele machen sich große Sorgen, was er wohl bringen mag. Schließlich hat diese Jahreszeit häufig eine Erkältung für uns im Gepäck, die wir gerade jetzt – in Zeiten von Corona – überhaupt nicht brauchen können. Aber der Herbst hält auch viele schöne Dinge für uns bereit: Viele Früchte sind jetzt reif. So auch die Hagebutten. Und mit dem richtigen Wissen können wir diese für unsere Gesundheit und die Stärkung unseres Immunsystems nutzen.

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So sieht der Herbst aus: Ich stehe im Dunkeln auf, ziehe mich im Dunkeln an und gehe im Dunkeln Joggen. Erst als ich von meiner täglichen Runde zurück komme, ist es richtig hell. Wobei „richtig hell“ übertrieben ist. Es hat jetzt nämlich angefangen zu nieseln und dicke Wolken sorgen dafür, dass es garantiert ein trüber Tag wird. Es ist kalt und nass. Ich beeile mich, ins Haus zu kommen, damit ich mich, verschwitzt wie ich bin, nicht erkälte. Jetzt schnell eine heiße Dusche. Bevor ich mich an den Schreibtisch setze, mache ich mir noch einen schönen warmen Tee. Es ist jetzt schon halb neun. Aus dem Nieselregeln ist ein richtiger Landregen geworden. Gut für die Natur, schlecht für meine Stimmung

Aber auch so sieht der Herbst aus: An einem klaren Sonntag Morgen fahren wir durch eine frostige Herbstlandschaft. Auch wenn sie spät aufgestanden ist, strahlt die Sonne jetzt mit all ihr zu dieser Jahreszeit verfügbaren Kraft. Den Nebel hat sie schnell verjagt, und jetzt steht sie hell an einem strahlend blauen Himmel, wie es ihn nur zu dieser Jahreszeit gibt. Wir fahren zum Wandern auf die Schwäbische Alb. Dort angekommen, ziehen wir schnell unsere Pullover und unsere dicken Jacken an. Es ist wirklich sehr kalt, auch wenn wir die wärmenden Strahlen der Sonne bereits spüren können. Im Tal sehen wir noch letzte Nebelschwaden, die sich vergebens gegen die Sonne zur Wehr setzen, und wir machen uns auf den Weg.

Die Farben des Herbsts

Der Herbst ist einfach eine wunderschöne Zeit für ausgedehnte Wanderungen. Zumindest, wenn es gerade nicht regnet oder der Nebel den Tag in eine Art Dauerdämmerung verwandelt. Der Himmel ist strahlend blau, die Wälder haben sich in warme Gelb- und Rottöne verfärbt, und das ganz besondere Licht, das es nur im Herbst gibt, setzt alles perfekt in Szene. Gute gelaunt wandern wir der Sonne entgegen, die Gespräche fließen leicht zwischen uns hin und her. Dann kommen wir an einer Hecke vorbei, die mit ihren Früchten – quasi als Tüpfelchen auf das i – die richtigen Farbakzente in dieser wunderschönen Herbstlandschaft setzt: Die knallroten Hagebutten strahlen regelrecht um die Wette und sehen mit diesem unglaublich blauen Himmel im Hintergrund einfach umwerfend aus. 

Kaum eine Frucht verbinde ich so sehr mit dem Herbst wie die Hagebutte. Wenn die Früchte der Wildrose im August langsam rot werden, wird mir schlagartig klar, dass der Herbst nicht mehr weit ist. Die Hagebutte blüht Ende Mai. Die Früchte sind dann ab Ende September reif und können, sobald sie nach einem ersten Frost weich sind, bis in den November geerntet werden. Sowohl die Blüten als auch die Früchte sehen, so unterschiedlich sie sind, wunderschön aus. Aber sie sind nicht nur eine Augenweide, die Wildrose ist auch eine Heilpflanze. In der Volksheilkunde werden alle Teile der Pflanze verwendet. Aber sie wird auch als Lebensmittel genutzt, da sie – unabhängig von ihrer Heilwirkung – einfach gut schmeckt.   

Hagebutten - Blüten

Die Hagebutte – eine besondere Frucht

Die Hagebutte ist vor allem für ihren ungewöhnlich hohen Vitamin C-Gehalt bekannt. Das können wir gerade jetzt im Herbst gut gebrauchen, da Vitamin C unser Immunsystem stärkt. Genau gesagt, verbessert Vitamin C (ebenso wie Vitamin A, das ebenfalls enthalten ist) die Funktion unserer T-Zellen, die dann wiederum Eindringlinge wie Viren oder Bakterien bekämpfen. Das ist wieder mal ein schönes Beispiel dafür, wie die Natur immer genau das für uns bereit hält, was wir gerade brauchen. Die Hagebutte enthält neben weiteren Vitaminen außerdem verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, die eine positive Wirkung auf unseren Magen-Darm-Trakt haben. Hinzu kommen noch Antioxidantien, die gut für unser Herz-Kreislaufsystem sind. 

In der Naturheilkunde findet die Hagebutte unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen, Erkältungen, bei Harnwegsproblemen sowie bei Problemen des Magen-Darm-Trakts Anwendung. Aus meiner Kindheit kenne ich die Hagebutte als Tee oder als Hägenmark, also als Hagebuttenmarmelade. In dem Buch Wildniswissen von Eunike Grahofer, das im freya-Verlag erschienen ist, erfahre ich aber noch mehr über die rote Frucht: Das Fruchtmark kann man nicht nur mit Zucker zur Marmelade einkochen, sondern durchaus auch für herzhafte Rezepte verwenden. Das hat natürlich dazu geführt, dass ich so einiges ausprobiert habe, bis ein super leckeres Rezept für ein Hagebutten-Ketchup herausgekommen ist. Aber dazu später…

Für Körper und Seele

Die Hagebutte zeigt uns, was Hippokrates bereits schon vor über 2400 Jahren auf den Punkt gebracht hat: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“ Dieser Gedanke hat an Aktualität nichts verloren. Im Gegenteil: Gerade heute essen wir meist zu viel und zu viel Falsches, so dass viele von uns mit Ihrer Ernährung tatsächlich ihre Gesundheit gefährden. Aber mit der richtigen Auswahl unserer Lebensmittel können wir viel für uns tun. Wenn wir beispielsweise jetzt im Herbst die reifen Früchte der Hagebutte ernten und daraus etwas Leckeres zubereiten, werden wir mit reichlich Vitamin C und zahlreichen anderen Vitalstoffen versorgt, so dass wir beim Genießen automatisch unsere Gesundheit und unser Immunsystem stärken.

Und wenn wir das Ernten der Früchte mit einer ausgiebigen Wanderung verbinden, tun wir noch mehr für unsere Gesundheit. Denn die Bewegung an der frischen Luft stärkt unser Immunsystem zusätzlich. Darüber hinaus reduziert eine Tag im Freien Stress, was sich ebenfalls positiv auf unsere Abwehrkräfte auswirkt. Ihr seht also, dass die Hagebutte viel Potential hat, unsere Gesundheit zu stärken. Aber keine Angst: Auch wenn Ihr es nicht schafft, die Früchte selbst bei einem Herbstspaziergang oder einer Herbstwanderung zu pflücken, könnt ihr von ihrer Heilkraft profitieren. Hagebuttenmark gibt es nämlich auch zu kaufen, sogar in Bioqualität und ohne Zusatzstoffe.

Hagebutten im Herbst

Interessantes Wissen um die Hagebutten

In dem Buch Wildniswissen findet Ihr übrigens nicht nur ein Rezept für ein selbst hergestelltes Hagebuttenmark, sondern auch zahlreiche andere Verwendungsmöglichkeiten für die aromatische Frucht. Und dort erfahrt Ihr auch viel Wissenswertes über andere Pflanzen, die Ihr passend zur jeweiligen Jahreszeit in der Natur findet könnt. So kann man von der Herbstwanderung neben Hagebutten zum Beispiel auch noch Schlehen mitbringen und als „Oliven“ einmachen. Oder wie wäre es mit einem selbst gemachten Wacholdernadel-Tee, der bei Erkältung, Bronchitis und Husten hilft?

In dem Buch von Eunike Grahofer habe ich übrigens auch gelernt, dass die Pflanzen, die wir in der Natur finden, nicht nur lecker schmecken und gut für unsere Gesundheit sind. Sie können uns auch viel über das Wetter verraten. Wenn die Wildrose einen intensiven Duft verströmt, können wir damit rechnen, dass es bald regnet. Damit will die Pflanze vor dem Regen noch möglichst viele Insekten zur Bestäubung anlocken. Und wenn dieser Duft dann plötzlich verschwindet, sollten wir schnell ein trockenes Plätzchen aufsuchen. Auch für die Insekten ist dies übrigens das Signal, sich schnell in Sicherheit zu bringen.

Die Hagebutte in der Küche

Wenn Ihr bei Eurem nächsten Herbstspaziergang einen dieser wunderschönen Hagebuttenbüsche mit den roten Früchten seht, könnt Ihr diese also sammeln und Euer eigenes Hagebuttenmark herstellen, indem Ihr die Früchte mit Hilfe der flotten Lotte zu einem Mark verarbeitet, das Ihr dann wiederum vielfältig einsetzen könnt: Als Brotaufstrich, in Smoothies oder im Müsli. Oder Ihr verwendet das Mark einfach anstelle von Tomatenmark für rezente Gerichte. Bitte beachtet, dass ein frisch hergestelltes Fruchtmark nicht lange haltbar ist. Wenn Ihr große Mengen hergestellt habt, rate ich Euch, dieses portionsweise einzufrieren und bei Bedarf aufzutauen.

Und macht Euch beim Sammeln der Früchte bewusst, was Ihr damit alles für Eure Gesundheit und Euer Immunsystem tut: Ihr bewegt Euch, Ihr seid an der frischen Luft, Ihr tankt Sonne, Ihr esst reichlich Vitalstoffe, Ihr baut Stress ab, und am Ende eines solchen Tages in der Natur tut Ihr auch noch etwas für Eure Seele. Denn ein leckeres und gesundes Essen tut nicht nur unserem Körper, sondern auch unserer Seele gut. Echtes Soulfood eben…

Hagebutten-Ketchup

Hagebutte Ketchup Quadrat

2 getrocknete Datteln
1 EL Kokosöl
1 Zwiebel
30 g Wasser
1 EL Apfelessig
1/4 TL Salz
einige Umdrehungen aus der Pfeffermühle
1 Prise Cayennpfeffer
150 g Hagebutten Mark

Die Dattel in kleine Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln.

Das Kokosöl in einem kleinen Topf erhitzen. Die Zwiebel hinzufügen und ein bis zwei Minuten glasig braten. 

Mit dem Wasser ablöschen. Die Datteln, das Essig und die Gewürze hinzufügen und alles 5 Minuten köcheln lassen. 

Dann den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen. 

Anschließend das Hagebuttenmark hinzufügen und mit dem Stabmixer zu einer homogenen Masse pürieren. 

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